Give n‘ Take

Givebox

Vor ein paar Jahren hat die Aktionsfondsjury des inzwischen abgewickelten Quartiersmanagement im Wrangelkiez einige hundert Euro einer Privatperson zur Neueinrichtung der GiveBox neben dem Familienzentrums anvertraut. Eine frühere Box wurde durch Brandstiftung zerstört. Nun steht die Neue aus Metallgitter und sieht hässlicher aus als die erste GiveBox aus Holz, die früher am Bolzplatz in der Falckensteinstraße stand. Seit Monate ist nicht nur die GiveBox selbst, sondern auch der ganze Bereich drum herum vermüllt und durchnässt. Die Box selbst hat immerhin ein Dach.

Statt diese in Ordnung zu bringen, wird nun die Gelegenheit von den „Aktiven“ im Kiez angenommen, um sich publizitätswirksam selbst ins Rampenlicht zu stellen. Angeregt durch eine spitzfindige Aktion in Hamburg sollen Spenden in vermutlich – hoffentlich – wetterfesten Plastiktüten an einem öffentlich-exponierten Platz an einem „Gabenzaun“ befestigt werden. Auf Facebook kann man Fotos von Bedürftigen am „Gabenzaun“ in Hamburg sehen, die von Engagierten voller selbstlobender „Mitmenschlichkeit“ gepostet werden. Dort gibt es einen spezifischen Zusammenhang mit baulichen Maßnahmen, die das Verweilen vor dem Hamburger Hauptbahnhof mit Mauern und Zäunen verhindern will. Im Wrangelkiez gibt es andere Maßnahmen um das Verweilen zu verhindern, nämlich öffentliche Flächen mit Hausrecht zugunsten privater Gastronomie großflächig zu privatisieren. Ob man auf die Café-Stühle „Doggy Bags“ für die bedrängten Anwohner stellen könnte?

Bei den zwei Kirchen im Kiez, bei Bahnhofsmissionen, bei der Tafel – in einem Wort, bei Professionellen kann man mit Sach- und Geldspenden Bedürftigen unspektakulär und wirkungsvoll helfen. Wenn man anderen hilft, muss das nicht immer mit den eigenen Geschäften und Zurschaustellung in Verbindung stehen.

Übrigens, nicht alle Zäune trennen Menschen. Eine Landschaft voll gestopft mit Tischen und Stühlen auf einem öffentlichen Platz aber schon.

10. März 2017 William Wires

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