Fliege in der Suppe

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„The Monsters are Due on Maple Street“ – Twilight Zone

Im touristischen Wrangelkiez herrscht eine allumfassende Easyjet-Stimmung mit überbordendem FeWo-Angebot und einer „Drink and Drunk“-Späti-Kultur. Es ist eine krampfige Gentrifizierung ohne Luxusangebot. Es geht auch um Täuschung und Imagepflege.

Anfang Februar liest man bei Facebook auf einer privatisierten Nachbarschaftsseite eines ICHs im Kreuzberger Wrangelkiez folgende zusammenhanglose Aufgeregtheit. Die mutmaßlichen Ziele von „besorgten Bürgern“ und des deutschen Zollamts sollen irgendwelche Geflüchteten in die Flucht schlagen wollen. Das hört sich ziemlich skurril an:

„Heute besuchte uns der Zoll. Danke den besorgten Bürgern, die uns angezeigt haben. Wenn das Ziel ist, dass alle unsere Geflüchteten im Park (oder vor der Bäckerei Campus) landen, ist Euch das nicht gelungen. Alles ok.“

Alles ist scheinbar nicht OK, weil einige Tage später weiter gepöbelt wird:

„Wir haben raus bekommen, wer den Zoll gerufen hat und finden es unglaublich verlogen und falsch! Diese Person schreibt einen Blog und zieht über einige Kiezbewohner ganz schön böse her. Die besagte Person hat eine Wohnung hier im Kiez, die bereits seit dem Sommer 2016 leer steht und laut eigener Aussage würde diese besagte Person jederzeit zu seinen Gunsten über Leichen gehen. Ich dachte der Terror hätte mit den Auszug der besagten Person ein Ende. Traurig. Get a life!“

Es wird weiter über eine „besagte Person“ geschimpft, aber worum es in der Hauptsache überhaupt geht, lässt den Leser im Dunkeln. „Laut eigener Aussage würde diese besagte Person jederzeit zu seinen Gunsten über Leichen gehen.“ Das würde ich gerne mal sehen, dieses „laut eigener Aussage“. Und den Blog. Im Kiez gibt es doch die mit den spitzen Ellbogen, die für ihre Cafés, Restaurants und Spätis ganze Flächen öffentlichen Raums an sich reißen und mit Hausrecht profit-orientiert bewirtschaften, auf Kosten der Anwohner in einer dicht bewohnten Nachbarschaft.

“Pfui! als Besitzerin des Ladens müsstest du Einsicht bekommen in die Akten und weißt dann, wer dich verpfiffen hat…“

Das sind anmaßende Worte, weil vom Zollamt (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) wird erklärt:

„Eine anonyme Anzeige ist dadurch gekennzeichnet, dass gerade der Name des Anzeigenerstatters/der Anzeigenerstatterin unbekannt ist, so dass folglich eine Weitergabe des Namens an den Angezeigten/die Angezeigte nicht möglich ist. Aufgrund des bestehenden Steuer- und Sozialgeheimnisses kann ich Ihnen leider keine Auskünfte zu eventuell erfolgten Prüfungsmaßnahmen am 08.02.2017 mitteilen. Mit freundlichen Grüßen.“

Obwohl in der weinerlichen Anklage in der Hauptsache wenig preisgegeben wird, scheint die Angelegenheit mit illegaler Beschäftigung zu tun zu haben. Illegal Beschäftigte verdienen oft recht wenig und sind nicht versichert; sie werden daher schließlich ausgebeutet.

Pfui.

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