„Kritische“ Logik gegen die Kritik

isis-gruppe

Ein Gruppe junger Männer, verärgert über die Diskriminierung von Muslimen in Europa.

Guido F. Gebauer, Psychologe, Partnersuche-Portalbetreiber und Israel-„Basher“ („Das Problem sind in der Tat die Siedlungen.„) schreibt in seinem Essay „Kann ISIS unser Asylrecht zerstören?„: „Die Verbreitung von Hetze gegen Flüchtlinge liegt im expliziten Interesse des islamistischen Terrorismus.“ Das Interesse des ISIS liegt in der Schaffung eines islamischen Gottesstaates unter dem Sharia-Gesetz. Dazu warnt der ISIS Muslime vor Diskriminierung in Europa. Für ISIS ist es eine schwere „Diskriminierung“, wenn es in Europa keine Sharia zum Vorteil von Muslimen gibt. Fast alle muslimischen Länder teilen die gleiche Haltung in verschiedenen Schattierungen: Siehe die „Kairoer Erklärung“ an, wobei die Menschenrechte deren Gültigkeit an der Sharia messen müssen.

„Europa (nehme) die Flüchtlinge nur auf, um den relativen Anteil von Christen in den muslimischen Ländern zu erhöhen“ meint der ISIS. Es gibt seit langem praktisch kein muslimisches Land, worin der nicht-muslimische Bevölkerungsanteil zunimmt. Tatsächlich fliehen Christen, Juden und Atheisten seit Jahrhunderten vor Eiferern einer Pseudoreligion, die vom ersten Tag ihrer Erfindung ein Weltenreich entweder mit dem Schwert oder durch List anstrebt. Daher wundert es nicht, dass es in keinem dieser Länder andauernden und heftigen Protest seitens der muslimischen Mehrheitsbevölkerungen gibt, gegen das dramatische Verschwinden (durch Vertreibung und Mord) der Kopten, der Juden, der Christen, der Armenier, der Jesiden, der Kurden, usw.

„Jeder Anschlag spült so Wasser auf die Mühlen der Terroristen und der Asylkritiker.“ Die Taten und Theorien der Terroristen haben mit Rechtstaatlichkeit rein gar nichts zu tun. Asylkritiker üben das demokratische Grundrecht der freien Meinungsäußerung aus, auch wenn rechte oder linke Populisten Begriffe wie Asylbewerber, Flüchtling und Immigrant opportunistisch durcheinander wirbeln. Übrigens: der Satz liest sich so, als ob ein Anschlag ein Naturereignis wäre, das Terroristen instrumentalisieren. Heh?

„Der Anschlag von Berlin hat in Wirklichkeit nichts mit dem Asylrecht und nichts mit Asylbewerbern zu tun.“ Stimmt. Der Anschlag in Berlin hat stattdessen mit undifferenziertem und mangelndem Grenzschutz zu tun. Übrigens, es dient keinem echten Asylbewerber wenn seine Verfolger auch ins Land dürfen und in Aufnahmenunterkünften mafiös auftreten, Drogen verkaufen, Kriminalität nachgehen, Nicht-Muslime bedrohen. Ob der Attentäter von Berlin „nur vorgab, ein Flüchtling zu sein“ ist irrelevant. Der Anschlag an sich hat gar nichts mit dem Asylrecht, sondern mit der polizeilichen Erfassung von Grenzübertritten und Gefahrenabwehr zu tun.

„Um sie von Europa fernzuhalten, werden an (der türkischen-syrischen Grenze) mittlerweile unbewaffnete Flüchtlinge, unter ihnen Frauen und Kinder, erschossen. Europa schießt nicht, aber schweigt.“ Die Inuit schweigen auch. Die UN könnte den Türken ins Gewissen reden oder sonst was tun, wofür die UN geschaffen wurde.

Der „ISIS will das menschenverachtende und den Islam hassende Europa zur Wirklichkeit werden lassen“. Warum dieses polemische Wort „hassen“? Zu den „westlichen Werten“ gehört die Kritik an Ideen und Religionen. Eine Demokratie lebt von Kritik. Und: zu welchen Zeiten war die demokratische Gesellschaft einig und nicht „gespalten“? Wer einem verbieten will, eine Ideologie oder Religion zu hassen, lieben, kritisieren, lächerlich zu machen, arbeitet mit den Terroristen. Die Terroristen sind humorlose Ideologen und Killer. Der Westen soll sich nicht an dem orientieren, was seine Gegner wollen. Ansonsten wäre es ein Leichtes, wenn man nicht als Nazi abgestempelt werden möchte; man könnte einfach zur Wiener Wurst greifen… Der Vegetarier A. H. hat’s verdient!

Und: der ISIS bedankt sich bei Herrn Gebauer, der Kritik als Grundwert einer freiheitlichen Gesellschaft im Gleichschritt einer kritik-resistenten Ideologie abwertet.

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