Zukunftsperspektiven und Reisehinweise

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„Es war grauenhaft!“ „Natürlich war’s grauenhaft… nichts ist  grauenhafter als Brutalität! Genau das lernen Sie hier… Ihr Körper lernt es!“ – Alex, in Uhrwerk Orange

„Ausdrücklich ermutigt Merkel dazu, sich bei Reisen in arabische Länder mit deren Geschichte und Entwicklung zu beschäftigen. Zum einen helfe der Tourismus diesen Ländern wirtschaftlich und eröffne den Menschen dort Zukunftsperspektiven. Zum anderen verstehe man durch Reisen dorthin ‚mehr über die Zusammenhänge’, über die alten historischen Verbindungen, die es schon immer zwischen Europa und auch dem arabischen Raum gegeben habe. Angesprochen auf die Angst vor terroristischen Anschlägen im Ausland, empfiehlt Merkel, die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes ‚sehr gut zu lesen’. Die Botschaften vor Ort beobachteten die Situation in den einzelnen Ländern sehr genau.“ (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Samstag, 24. September 2016, Merkel sieht sehr gute Entwicklung im Tourismus)

Und nun schauen wir auf der Website des Auswärtigen Amtes und lese die Reise- und Sicherheitshinweise einiger arabischen Ländern und der Türkei.

Ägypten: „Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten. Bei Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer wird generell zu Vorsicht geraten. Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen sollten unbedingt gemieden werden.“

Saudi Arabien: „Saudi-Arabien ist kein touristisches Reiseland. Visa für Individualtouristen werden nicht erteilt. (…) Die in Saudi-Arabien geltenden gesellschaftlichen Regeln sollten beachtet, insbesondere auffällige Kleidung und Zurschaustellung oder gar Verteilung christlich-religiöser Symbole vermieden werden.
Große Menschenmengen und Versammlungen sollten insbesondere nach den Freitagsgebeten (muslimisches Wochenende) gemieden werden.“

Türkei (nicht arabisch, aber islamisch): „Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen.“

Libanon: „Auch im Libanon besteht weiterhin ein Risiko von Terroranschlägen. Angriffe, die sich neben inländischen Zielen auch  gegen westliche Ausländer und Ziele wie internationale Hotels, Restaurants, Einkaufszentren etc. richten, können nicht ausgeschlossen werden. 

Mit Nachdruck gewarnt wird vor Reisen
 – in die Bezirke Tripoli, Akkar und Minieh-Dinnieh im Norden des Libanon 
 – in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek.
In der Nähe der syrischen Grenze, derzeit vor allem in der Gegend um Arsal, besteht für Ausländer erhöhte Entführungsgefahr.
– in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi bei Tripoli
– in die palästinensischen Flüchtlingslager Ain al-Helweh und Mieh Mieh bei Sidon.

Es ist schon verständlich, dass solche Länder wirtschaftlich überleben wollen. Aber, wie soll man vor Ort „mehr über die Zusammenhänge“ erfahren, wenn  Individuell-Tourismus kaum möglich ist, wenn wegen eines israelischen Stempels im Pass die Einreise verweigert wird, und insbesondere wenn man sich nach den Freitagsgebeten in Acht nehmen soll. Die Reisehinweise habe ich „sehr gut gelesen“ und es ist ein Horrowshow. Und es ist kein Neuer: Seit einem Jahrhundert wandern Hunderttausenden von Juden und Millionen von Christen aus den muslimischen Ländern aus.

Ein kleiner Nachtrag: ich habe auf die Hinweise bezügl. der USA durchgelesen. Hier eine Besonderheit für Reisenden:

Nacktbaden – Auch wenn die Gesetze in den einzelnen Bundesstaaten, die Nacktheit generell als ‚indecent exposure‘ unter Strafe stellen, rar geworden sind, sollte unbedingt beachtet werden, dass Nacktbaden und selbst das Umziehen am Strand als Erregung öffentlichen Ärgernisses aufgefasst werden und daher zu Unannehmlichkeiten führen kann. Nur an einigen wenigen Stränden ist Nacktbaden zulässig oder wird zumindest geduldet. An allen anderen Stränden sollte Nacktbaden – am besten auch von Kleinkindern – unterlassen werden. Gleiches gilt für das Baden ‚oben ohne‘ – nicht nur von erwachsenen Frauen, sondern auch von kleinen Mädchen.“

Da die gleiche Warnung auf keinen der Reisehinweise für muslimischen Ländern auftaucht, kann man ruhig davon ausgehen, dass Nacktbaden überall in arabischen und muslimischen Ländern generell erlaubt ist und daher keine öffentlicher Ärgernis darstellt. Ein Trost für Badeurlauber, die ähnlich wie Bundeskanzlerin Merkel, eine „sehr gute Entwicklung im Tourismus“ sehen.

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