Hoch lebe die Kaiserin von Europa!

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„Angela die Große“, Der Spiegel, Nr. 37/2013

(English further down)

“Die, die immer schon in Deutschland leben“ ist die umständliche Formulierung, die die deutsche Bundeskanzlerin Merkel vor kurzem verwendete, um zwischen den Bürgern, die sie vertritt und den hier ansässigen Ausländern – genannt Immigranten – zu unterscheiden.

Wie soll Bundeskanzlerin Merkel die Region zwischen Maas und Oder nennen, für die sie dreimal gewählt wurde und ein viertes Mal anstrebt? Es sind nicht nur die Bürger, die sie gewählt haben. Es gibt auch diejenigen, die „Merkel muss weg!“ mit unfreundlichen Gesichtern schreien. Sie werden pauschal Rechtsextremisten genannt und werden kaum als vollwertige Bürger akzeptiert: „Dann ist das nicht (ihr) Land“.

Tatsächlich gab es für weit über tausend Jahre keinen kollektiven Namen für die Menschen, die im heutigen Deutschland leben. Der Begriff „deutsch“ wurde ursprünglich eingeführt, um all jene Bevölkerungsgruppen nördlich des Römischen Reiches zu bezeichnen, ähnlich dem Kollektivbegriff „Indianer“ für all jene Völker, denen die Europäer in der westlichen Hemisphäre begegnet sind. Erst Ende des 19. Jahrhunderts, als das Deutsche Reich unter einem Kaiser vereinigt wurde, nutzten die US-Volkszählungsbehörden den Begriff „deutsch“. Ansonsten wurden Immigranten nicht so sehr wie ethnische oder religiöse Gruppen (mit Ausnahme von Juden) klassifiziert, sondern nach dem mitteleuropäischen Königreich, das sie verlassen hatten, wie Württemberg, Sachsen usw. eingeordnet.

In Bezug auf moderne Namenskonventionen wäre vielleicht der Begriff “indigenous people (of Europe)“ or “First Nations (of Europe)“ angemessen, d.h. der politisch korrekte Begriff. Selbst nach vier Jahrhunderten der Einwanderung sind die indigenen Völker, die schon immer „auf dem amerikanischen Kontinent gelebt haben“, heute vokaler bezüglich der eigenen ethnischen Identität und einer kulturellen Differenzierung im Kontrast zu den Menschen europäischer und afrikanischer Abstammung. By the way, ist der Präsident der Vereinigten Staaten auch der legitime Führer der Völker der „First Nations“ in Nordamerika?

Falls Frau Merkel zum vierten Mal gewählt wird, soll sie konsequenterweise zur Kaiserin gekrönt werden, als Herrscherin der vielen Völker, die „schon immer“ in Europa gelebt haben. Das wäre dann ihr Land.

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Long live the Empress of Europe!

„Those who’ve always been living in Germany” is the awkward term German chancellor Merkel recently used to differentiate the citizens she represents as opposed to non-citizens residing, but were not born in Germany, otherwise known as immigrants.

What name will chancellor Merkel use for the region between the Maas and Oder rivers she was thrice elected to lead and intends to rule for a fourth term? There are not only those citizens who voted for her. There are also those who shout “away with Merkel” with unfriendly faces. These are collectively designated as right wing extremists who can hardly be accepted as full citizens: “Then that is not (her) country.”

Actually, for well over a thousand years there was no collective name for those peoples living in what is now the political entity of Germany. The term “deutsch” was originally devised to name all those populations north of the Roman Empire, similar to the collective term “Indian” for all those peoples Europeans had met in the Western Hemisphere. It wasn’t until the end of the 19th century when the German Reich was brought together under a Kaiser, that US census authorities even used the term “German”. Otherwise, immigrants were categorized not so much as ethnic or religious groups (with the exception of Jews) but rather according to the central European principality they had left, such as Württemberg, Saxony, etc.

In reference to modern naming conventions either the term „indigenous people (of Europe)“ or „First Nations (of Europe)“ may be appropriate, that is, the politically correct term. Even after four centuries of immigration, the indigenous people „who’ve always been living“ in the Americas are now more vocal about an ethnic identity and cultural differentiation from people of European and African ancestry. By the way, is the President of the United States also the legitimate leader of the peoples of the First Nations?

If Ms. Merkel is elected for a fourth term, she should be crowned Empress, as ruler over the many peoples “who’ve always been living” in Europe. Then that would be her land.

William Wires, 20. Nov. 2016

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