„Make Kreuzberg great again!“

IMG_6833

Deutsch weiter unten..

„Because post-tourists demand ‘authentic’ and ‘local’ experiences, they are interested in the same housing, retail, and entertainment infrastructure that city residents also prefer.“ –Harvard Mellon Urban Initiative

Self-appointed activist groups can help make a neighborhood seem „authentic“ by reviving long dead myths (i.e. SO36 chiqué). Tossing around words like „gentrification“, “coffee shop” and “activism” adds more thrills to a neighborhood which otherwise has almost nothing to offer like museums, art galleries and boutiques, but instead is jammed up with cafeteria-type eateries and convenience shops (Spätis), bars and clubs, which spread out even into mostly residential streets. Decorative up-cycling including burned-out cars (for chuckles) and communally subsidized tree pit benches are the salt and pepper for this watery soup. The high density of cash machines in a neighborhood is clear evidence of a “touristification”. It’s only logical that a shopping mall should be built nearby.

Local government and “activists” support each other in the creation of an open-air museum. The privatization of public space and increased commercial activity increases tax revenue, but also heats up the commercial rent market, thus creating a circular effect which then legitimizes “activism” and drippy sentimental myth-making. Under such circumstances, a landlord would rather not rent an apartment to a family for €500, but instead to three “post-tourists” for €500 each in the same apartment. None of these inhabitants is “richer” than the other; the living space is just smaller for each individual. And „po(s)t-tourists“ tend to support anything activist, no matter how construed. It’s a win-win situation whereby residents – especially older persons and families loose.


„Because post-tourists demand ‘authentic’ and ‘local’ experiences, they are interested in the same housing, retail, and entertainment infrastructure that city residents also prefer.“ –Harvard Mellon Urban Initiative

Selbst ernannte Aktivistengruppen können eine Nachbarschaft „authentisch“ erscheinen lassen, indem längst gestorbene Mythen wiederbelebt werden (bspw. mit SO36 chiqué). Jonglierend mit Wörtern wie „Gentrifizierung“, „Coffee Shop“ und „Aktivismus“ fügen sie mehr Nervenkitzel zu einer Nachbarschaft hinzu, die ansonsten wenig anzubieten hat. Museen, Kunstgalerien und Boutiquen sucht man hier vergebens. Stattdessen werden die Wohnstraßen mit Cafeteria-ähnlichen Abfutterungsstellen und Spätis, Bars und Clubs voll gestopft. Dekoratives Up-cycling inklusive ausgebrannter Autos (hihi!) und kommunal geförderten Baumscheibenbänken sind das Salz für diese wässerige Suppe. Die hohe Dichte an Geldautomaten in einer Nachbarschaft ist ein klarer Beweis für eine „Touristifizierung“. Es ist nur logisch, dass ein großes Einkaufszentrum in der Nähe gebaut wird.

Lokale Regierungen und „Aktivisten“ unterstützen sich gegenseitig beim Schaffen eines Open-Air-Museums. Die Privatisierung des öffentlichen Raums und die daraus entstehende erhöhte Wirtschaftstätigkeit führt zu höheren Steuereinnahmen, und erhitzt gleichzeitig den Gewerbemietenmarkt, wodurch ein Teufelskreis entsteht, die dann einen „Aktivismus“ kombiniert mit einer sentimentalen Mythenbildung legitimiert. Unter solchen Umständen würde ein Vermieter eine Wohnung eher weniger an eine Familie für € 500 vermieten, sondern lieber von drei „Post-Touristen“ jeweils 500 € für die gleiche Wohnung verlangen. Keiner dieser Einwohner ist „reicher“ als der andere; der Wohnraum ist einfach bescheidener. Und „Po(s)t-Touristen“ sind in der Regel eher geneigt, alles Aktivistische zu unterstützen, egal wie konstruiert. Es ist eine Win-Win Situation, wobei Bewohner – vor allem ältere Menschen und Familien –  verlieren.

William Wires, 20 May 2016

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutsch, English, Local politics, Lokalpolitik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s