Wütige Violence

Flottwell01Foto: (c) William Wires, 2016

In der Presse liest man, dass es Chaoten oder Linksradikale waren, die am Gleisdreieckpark in Berlin bewohnten Häuser attackiert und Autos angezündet haben, um vermutlich die Bewohner – inkl. Familien mit Kleinkindern – einzuschüchtern. An was für eine „Ultima Ratio“ wird hier gedacht: Feuer schlägt auf ein Haus über und Kinder sterben? So viel zur dümmlichen Unterscheidung zwischen Gewalt gegen Menschen und gegen Sachen; so einfach ist das nicht.

Begriffe können in die Irre führen. Chaotisch war die Attacke nicht, weil sie offensichtlich von Dutzenden Menschen gemeinsam geplant und ausgeführt wurde. Was daran „links“ sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Das sind Mafia-Methoden, die keine politische Haltung zum Ausdruck bringen –auf keinen Fall eine demokratische. Es gibt Wutbürger, die sich maskieren und in Bürgerwehren zusammenrotten, nur um den eigenen kranken Seelen Geltung zu verleihen. Wenn man solchen Wutausbrüchen einen politischen Anstrich geben könnte, ist das Wortteil „-radikal“ ausschlaggebend. Radikal psychisch krank.

Als ich heute Mittag den Schaden anschaute, hörte ich viel russisch unter den Bewohnern. They were not happy. Vielleicht sehe ich mir zuviel „Gomorrha“ an, aber ich möchte nicht in den Schuhen von einem der Täter stecken, und dann von einem „Soldato“ erwischt werden. Da würde man auf eine schnelle Rettung durch die Polizei beten.

Auf einem wirren Bekennerschreiben in linksunten.indymedia.org wird nicht mit Beifall kommentiert:

„feige Arschlöcher!

„Kommando Noske und Ebert: herzlichen glückwunsch zur aktion. die ist wie das kommando heißt, nämlich konterrevolutionär und selten dämlich zu gleich.

„Mit Klassenkampf hat das alles gar nichts zu tun, sondern eher mit totalem intellektuellen Unvermögens. Zu den politischen Rändern hin – nach rechts ganz genauso wie nach links – sinkt der IQ und damit die Fähigkeit zur Selbstreflektion, (…)

„In Wahrheit geht es doch nur darum, an irgendwelchen willkürlich ausgesuchten Opfern Aggressionen abzulassen und Frust zu kanalisieren, um sich dann hinterher in der Gruppe gemeinsam darauf einen runterzuholen. Und das Ganze wird dann mit irgendeinem politischen Nonsensgrund gerechtfertigt. (…) wichtig ist nur das eigene Ego.

„Luxuskarren: Nur zur Info, falls es Euch im Rausch entgangen ist: Ihr habt u.a. auch einen ca. 12 Jahre alten Opel Vectra „entglast“, wahrlich ein Luxusmobil, welches zu allem Übel auch noch meinen Nachbarn, einer kurdischen Familie mit zwei Kindern, gehört. Respekt.

„Dummheit keine Frage der politischen Orientierung: Die Definition „Luxuskarosse“ wurde offensichtlich sehr weit ausgelegt. Generell eine sehr dumme und pubertäre Aktion. (…)“

William Wires, 6. Feb. 2016

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